Schwierige Rahmenbedingungen für Anleger?

Die Anleger haben es heute genauso schwer, wie vor ein paar Jahren. Fast sieben Jahre ist es her, als die Investmentbank Lehman im September 2008 Insolvenz anmelden musste. Turbulente Jahre, die Anlegern enorme Chancen und Risiken boten. Doch der Blick auf die vergangenen Jahre bietet überraschende Erkenntnisse. Die Rahmenbedingungen der Anlageentscheidung haben sich geändert: Dachte man früher noch an festverzinsliche Wertpapiere, Aktien oder Immobilien als Anlagewerte, gibt es heute keine nennenswerte Verzinsung mehr auf Anleihen und die Flucht  der Anleger in „Betongold“ ist wohl auch bald ausgereizt.

Da dieses Thema sehr spannend ist, stelle ich es im neu erscheinenden ALLISTRO CAPITAL Themenbrief in den Mittelpunkt und schreibe vorab schon einmal ein paar Zeilen hierzu in diesem Blogartikel.

Die Unternehmen – vor allem in deutschsprachigen Raum – profitieren nach wie vor vom Wachstum der Weltwirtschaft. Das gilt besonders für Branchen wie Industrie, Chemie, Medizintechnik oder Infrastruktur, die in den Schwellenländern gute Geschäfte machen. Eine aufkommende Angst vor einer großen Inflation ist bislang unbegründet, denn allein in Deutschland pendelte die Inflationsrate zuletzt um zwei Prozent. Laut Eurostat betrug sie im Juni 1,9 Prozent. Auch der Euro blieb relativ stabil. Seit Jahren schwankte die Gemeinschaftswährung zwischen 1,6 und 1,2 US-Dollar. Trotz Schuldenkrise in einigen Europäischen Ländern und einer sehr lockeren Geldpolitik ist der große Währungs-Crash bislang ausgeblieben. Ich rechne weiterhin mit moderat steigenden Inflationsraten. Die aktuelle Inflationsrate liegt bereits höher als die Zinsen auf kurze und mittlere Sicht, wir haben es also mit negativen Realzinsen zu tun.

Gegen den Vermögensverlust durch Inflationierung schützen Sachwerte. Unweigerlich verbleibt die Wahl in „reale Investitionswerte“, die Unternehmensbeteiligung, zu investieren. Im Rahmen der eigenen Vermögensaufteilung denkt man dabei natürlich an Aktien, ganz unabhängig davon, ob man das jetzige Börsenumfeld für attraktiv einschätzt. Aber es gibt ja auch noch die Möglichkeit, sich an Unternehmen außerhalb der Börse zu beteiligen.

Das ist für einzelne Anleger aber deutlich schwieriger als eine Immobilie zu bewerten, weshalb es in der Priorität der Anleger weiter hinten liegt. Nicht zuletzt, weil das eigene Identifizieren und Erwerben von Beteiligungen viel Zeit und Geld kostet und auch Know-how verlangt. Oder man delegiert diese Aufgabe an eine speziell auf dieses Geschäft ausgerichtete Beteiligungsgesellschaft, in dem diese einen festvereinbarten Betrag des Anlegers über einen genau definierten Zeitraum in mittelständische Unternehmen investiert.

Aber damit hat man das Problem ja noch nicht gelöst, dass es bei der Auswahlentscheidung eine Vielzahl an Beteiligungsgesellschaften mit unterschiedlichen Investitionsschwerpunkten gibt. Das Problem kennen wir ja schon von anderen Anlageformen. Weit kommt man meines Erachtens mit dem gesunden Menschenverstand.

Was können wir von Family Offices lernen?

Seit Generationen gibt es vor allem ein Motto, dem sich die reichen Familien und Unternehmensdynastien über Krisen und Kriege hinweg verpflichtet fühlen: Das Vermögen muss vermehrt aber vor allem erhalten werden – unter allen Umständen. Herzstück der modernen Vermögensverwaltung sind heutzutage die Family Offices. Das Wachstum der Family Offices ist weltweit ungebremst, weil die Zahl der Millionäre und Milliardäre ständig zunimmt. So können in Europa die Vermögen der Erbengeneration in einer im historischen Vergleich langen Phase ohne Kriege immer weiter wachsen. Zudem gibt es eine steigende Zahl von prosperierenden Mittelständlern, die in immer höhere Vermögensklassen aufsteigen. Und schließlich sind da noch Jungunternehmer und Internetpioniere, die durch IPOs und Firmenverkäufe zu Reichtum gekommen sind. Bei der Standortwahl für die Vermögensverwaltung steht bei den befragten Family Offices die Schweiz an der Spitze, gefolgt von Deutschland.

Vor diesem unternehmerischem Hintergrund vieler Vermögender ist die zweite wichtige Erkenntnis zu sehen: Eines der beherrschenden Themen bei den Family Offices sind Unternehmensbeteiligungen außerhalb der Börse. Hierbei erwerben spezialisierte Beteiligungsgesellschaften für sie Anteile an Unternehmen. Anschließend versuchen die Beteiligungsgesellschaften mit verschiedenen Strategien den Marktwert der Beteiligungen zu steigern und sie dann später wieder zu verkaufen oder an die Börse zu bringen.

Anlagen in außerbörsliche Beteiligungen sind für Normalverdiener so gut wie unmöglich. Üblicherweise braucht man dafür in der Regel zweistellige Millionenbeträge, um in großem Stil mit investieren zu können. Dafür winken hier nach wie vor attraktive Renditen. Zwar sind Privatanleger in den vergangenen Monaten auch am Aktienmarkt gut gefahren, allerdings fallen die Wertschwankungen bei Private Equity-Beteiligungen insgesamt geringer aus. Dafür sind die investierten Mittel im Gegensatz zu den täglich handelbaren Aktien viele Jahre gebunden. Weil Family Offices aber einen langen Atem haben, ist das für sie kein Problem.

Im Rahmen der Diskussion, ob eine Unternehmerfamilie in die Investmentaktivitäten einer Beteiligungsgesellschaft investieren sollte, ist individuell zu klären, ob die Ähnlichkeit zum Unternehmertum bei der identifizierten Beteiligungsgesellschaft gegeben ist. Wie sehen Sie es? Grundsätzlich ist doch durch die unternehmerische Affinität ein Verständnis für Investitionen in den Mittelstand gegeben. Das Verstehen der Zusammenhänge erhöht die Entscheidungssicherheit und reduziert damit das Risiko dessen, was die Investmentmanager der Beteiligungsgesellschaft aus Sicht der Unternehmerfamilien tun. Insbesondere dann, wenn die Beteiligungsgesellschaft eine Kaufpreis-Fremdfinanzierung nicht in den Mittelpunkt ihrer Wertsteigerungsstrategie stellt sondern das operative Wachstum. Das reduziert eindeutig das Risiko in ein solches Beteiligungsvehikel zu investieren, wie es bei ALLISTRO CAPITAL der Fall ist.

Eines ist auf jeden Fall sicher: In den aktuell unsicheren Zeiten sind Investitionen in reale Investitionswerte wie außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen eine attraktive Anlageform. Ein guter Grund, mit unserer Unternehmer-Beteiligungsgesellschaft ins Gespräch zu kommen.

Ein Gedanke zu „Schwierige Rahmenbedingungen für Anleger?

  1. Sehr geehrter Herr Dr, Neukirch,

    ich kann Ihnen nur zustimmen. Aus meiner langjährigen Betrachtung heraus bin ich immer wieder erstaunt welche ausserordentlichen kumulativen Vermögenseffekte durch mittelständische Unternehmen im Zeitablauf geschaffen werden (können). Dies gilt in der heutigen Zeit ganz besonders. Dabei muss allerdings gesehen werden, dass es sich hier nicht um 10 sondern eher um 100 Jahre handelt. Bei dieser Betrachtung darf auch nicht vergessen werden, dass Deutschland – und somit die Vermögen Vieler – in Ruinen lag.

    Die Frage bleibt – wie kann eine breite Menge von Menschen an diesen Vermögenseffekten beteiligt werden ohne die bekannten Effekte aus Schifffonds etc zu erleiden.

    Mit besten Grüßen

    Georg Heni

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