Investieren in Sachwerte? Warum nicht in Unternehmensbeteiligungen abseits der Börse!

Was wird aus dem EURO?  Kommt es zu einer erhöhten Inflation?  Wer soll Haushaltsdefizit einzelner EURO-Länder zukünftig bezahlen? Die vielen Fragen und Diskussionen haben so viel Platz in Nachrichten und Talk Shows eingenommen, dass viele Anleger es nicht mehr hören wollen oder sie die immer komplizierter werdenden Lösungsargumente und deren Folgen nicht verstehen, die ihnen entgegengebracht werden.

Gibt es die richtige Anlagestrategie?

Für den Anleger stellt sich aufgrund der EURO-Reizüberflutung doch nur noch persönlich die Frage, wie er sein  Vermögen unter welchen EURO-Szenarien anlegen bzw. retten soll. Diese Frage ist für ihn nicht neu, aber die Beantwortung ist ein wenig schwieriger geworden und er geht dabei oftmals doch recht pragmatisch vor. Wichtig ist es für ihn, in „reale Werte“ zu investieren. Da ist zwar auch kein neuer Aspekt, er hat aber jetzt eine größere Bedeutung bekommen. Reale Werte, die über die Börse gehandelt werden sind ein Variante. Hier besteht aber (derzeit) die Gefahr, dass ein Teil der Kaufpreise, insbesondere in der jetzigen Phase, wahrscheinlich durch Spekulationen und Wetten getrieben sind und nicht mehr den „realen Wert“ reflektieren? Zu denken ist dabei an Rohstofftitel, wie z.B. an Gold oder Öl. Auch bei börsennotierten Unternehmen ist es schwer zu erkennen, ob diese sich derzeit am oberen „Kursrand“ bewegen.  Zwar sind es reale Werte, aber auch die letzte Finanzkrise hat gezeigt, dass die öffentlichen Märkte und dort gehandelten Unternehmenstitel stärker negativ reagierten, als es die eigentliche Substanz, d.h. die originären Unternehmenswerte es verlangten.

Investitionen außerhalb der Börse

Um Spekulationen zu entgehen, so die Sichtweise vieler Anleger,  investiert man daher lieber  außerhalb der Börse. Da gibt es ja auch noch genügend Anlagemöglichkeiten, z.B. in Flugzeuge, Schiffe oder in erneuerbare Energien, an denen man sich direkt aber auch über Fonds indirekt beteiligen kann. Da die Welt der erneuerbaren Energien durch unsichere Rahmenbedingungen schwerer prognostizierbarer geworden ist, wählt man doch lieber Anlagemöglichkeiten auf privaten Märkten aus, von dem an selbst etwas versteht. Viele kaufen Immobilien. Die kann man sich, so sagt und denkt  der private Anleger, selbst ansehen und mit ein bißchen Menschenverstand und einem guten Auge auch beurteilen. Da diesen Weg aber viele Anleger gegangen sind und die Nachfrage deutlich anstieg, werden nun auch in diesen Teilsegmenten des privaten Marktes Preise für Immobilien gezahlt, die Übertreibungen vermuten bzw. erkennen lassen.

Zukunftspotential Beteiligungen an Mittelstandsunternehmen

Was bleibt? Es gibt private Märkte, die keine Übertreibungen in den Preisen erkennen lassen, nämlich die für Unternehmensbeteiligungen. Private Investoren sind hierbei aber zögerlich zu investieren. Natürlich benötigt man nicht unbedingt das Kapital, ein Unternehmen selbst allein zu erwerben. Warum auch, denn zum einen kann man es im Vorfeld nicht so leicht selbst einschätzen, ob es eine gute mit Zukunftspotential versehene Investmentmöglichkeit ist,  zum anderen Bedarf es viel Arbeit die Gesellschaft nach Erwerb zu überwachen und auch weiterzuentwickeln. Außerdem, haben nicht viel Anleger das Kapital, sich ein Unternehmen direkt zu kaufen. Aber man kann sich ja als Alternative auch mit kleineren Beträgen an Fonds beteiligen, die in solche Unternehmen investieren und diese auch mit Hilfe von Experten weiterentwickeln und daraus auch Wertschöpfung generieren, die sich bei einer späteren Veräußerung der Beteiligung realisieren lassen.

Aber da ist noch die Frage eines potentiellen Währungswechsels oder einer vielleicht doch noch aufkommenden Inflation zu klären. Gute aufgestellte, effizient arbeitende Gesellschaften, die wettbewerbsfähige Produkte herstellen, werden auch bei einsetzender Inflation oder einer Änderung der Währung gebraucht bzw. deren Produkte nachgefragt. Insoweit haben diese Typen von Unternehmen auch mit und nach solchen Veränderungen Abnehmer für Ihre Produkte und auch mehr als eine Existenzberechtigung. Den Beweis dafür haben viele Traditionsunternehmen, die schon mehrere Währungsumstellungen und Inflationszeiten erlebt haben, bewiesen.  Damit zeigt sich, es gibt sie unverändert noch, die Anlagen in reale Werte, bei denen man keine „überhitzten“ Preise bezahlen muss. Und zum Schluss sei noch angemerkt, dass es für Beteiligungsfonds –je nach Größe-  attraktive Anlagemöglichkeiten gibt, da unverändert viele Nachfolgeregelungen – insbesondere im Mittelstand – gelöst werden wollen und auch durch Basel III viele Banken zukünftig nicht mehr in der Lage sein werden oder wollen, Wachstumsfinanzierungen ihrer Unternehmer-Kunden zu unterstützen.

 

4 Gedanken zu „Investieren in Sachwerte? Warum nicht in Unternehmensbeteiligungen abseits der Börse!

  1. Hallo Herr Dr. Neukirchen,
    ich persönlich halte eine Sachwertinvestition in die Asset-Klasse Holz für sehr interessant. Beispielsweise gibt es bei Life Forestry die Möglichkeit, in Teakholzplantagen in Costa Rica und Ecuador zu investieren. Laufzeit bis 20 Jahre, jährliche Rendite 12 Prozent! Das sieht mir alles auch sehr nachvollziehbar und transparent aus. Was halten Sie davon?
    Freundliche Grüße
    Marco Perutti

    • Sehr geehrter Herr Perutti,

      vielen Dank für Ihre Frage. Mit Investitionen in Holz habe ich mich bislang noch nicht beschäftigt, insofern fällt mir eine Beurteilung und die Beantwortung Ihrer Frage schwer. Unabhängig davon würde ich als Privatinvestor immer nur Investitionen in Anlagen tätigen, die ich selbst immer wieder aufsuchen bzw. besuchen kann, um deren Entwicklung persönlich mitzuverfolgen. Mit freundlichen Grüßen, Dirk Neukirchen

  2. lieber Herr Dr. Neukirchen,
    vielen Dank für Ihre Lektüre, die ich mit großem Interesse gelesen habe. Sie treffen nach meiner Ansicht den Nagel auf den Kopf, denn diese ‚Anlageklasse‘ ist hierzulande deutlich unterrepräsentiert, wie ich in meiner täglichen (teilweise leidvollen) Erfahrung bei der Investorensuche erleben darf.
    Insofern würde ich mir wünschen, dass sich dafür noch deutlich mehr Struktur und Organisation herauskristallisiert (mein Lieblingsthema: KMU-Fonds), um solche Unternehmen auf ihrem weiteren Weg ordentlich begleiten zu können.

    Stimmt, ich wollte Ihnen schon vor einigen Tagen ein feedback geben, aber wie das Leben so spielt, kam wieder einmal etwas dazwischen…

    So freue ich mich schon jetzt auf die kommende Ausgabe!

    beste Grüße

    Ihr Michael Gäbele

  3. Pingback: Passen offene Fonds-Strukturen zu langfristigen Private Equity Investments? | Dr. Dirk Neukirchen

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