Der Börsengang zur Lösung der Nachfolgeregelung im Unternehmen

Es ist doch schon verwunderlich, dass bei diesen doch noch recht komfortablen Aktienindices so selten etwas über neue Börsengänge zu lesen ist. Jüngst haben erst der dänische Medikamentenhersteller ABACUS und auch der deutsche Technologie-Investor Primepulse ihre Börsengänge abgesagt. Die Börse befindet sich zwar derzeit in einer volatilen Situation, aber doch eigentlich immer noch in einem attraktiven Umfeld. Oder? Auch als Instrument der klassischen Unternehmens Nachfolgeregelung außerhalb der Welt großer, international agierender Konzerne kann es genutzt werden, wie man aktuell am Fall des Familienunternehmens Knorr-Bremse Aktiengesellschaft sieht, das vor einigen Wochen den Gang an die Börse wagte.

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Wo scheint im Beteiligungsmarkt die Sonne?

Es herrschen positive Zeiten für Beteiligungsgesellschaften, die mit gut gefüllten Kassen nach passenden Unternehmenskäufen Ausschau halten. Auch die Konjunktur spielt unverändert mit – was will man mehr! Okay, die Haltedauer von Beteiligungen werden für die Fonds länger, weil es einfach auch mehr Zeit bedarf, die Portfolio-Gesellschaften weiterzuentwickeln. Auch der Kapitalmarktzins bietet so manche Verlockung, den Preis für den Erwerb des Unternehmens seiner Wahl mit einem hohen Fremdkapitalanteil auszustatten. Ebenso hat sich die Akzeptanz gegenüber Beteiligungsgesellschaften aus Sicht der Familiengesellschaften in den letzten Jahren positiv verändert, wie PricewaterhouseCoopers (PwC) zuletzt in seiner Befragung „Private Equity in Familienunternehmen – der Beginn einer wunderbaren Freundschaft“ von mehr als 300 Entscheidern festgestellt hat. Endlich!

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Steht Deutschland in 2016 wirklich vor dem Ausverkauf durch Investoren?

Das liest man oft: Viele Investoren haben volle Taschen und genügend „Kriegskasse“, um zum Investieren und auch um weitere Unternehmen dazu zu kaufen. Zugute kommt auch noch die viel zitierte Zinspolitik des „billigen Geldes“, die es deutlich vereinfacht, für Kaufpreise auch zusätzlich noch Darlehen günstig aufzunehmen. Demzufolge müssten ja in diesen Zeiten die Unternehmenskaufpreise deutlich steigen. Das tun sie in vielen Fällen auch, wie man immer wieder der Presse entnehmen kann.

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Die Magie des Preises – oder warum lassen wir uns von Preisen immer wieder gerne täuschen?

Im Winter 33% günstiger in die Sonne fliegen!

Da will man unbedingt Eintrittskarten, z.B. für ein bestimmtes Konzert, ein Musical oder ähnliche Veranstaltungen kaufen und um sie frühzeitig zu bekommen, muss man, je nach Ticketsystem, Vorverkaufsgebühren zwischen 6 und 10 Prozent des Kartenpreises oder sogar System-, Buchungs- oder Dienstleistungsgebühren bezahlen! Warum eigentlich? Ist denn in dem „normalen Verkaufspreis“ nicht schon die gesamte Organisation und Verwaltung der Veranstaltung mit eingerechnet worden? Eigentlich müsste es – zumindest bei bestimmten Konzerten bzw. Veranstaltungen – doch eher einen Frühkäufer-Rabatt geben. Es bietet dem Veranstalter ja auch eine sicherere Kalkulationsbasis. Oder haben Sie schon einmal bei einem Reiseveranstalter, der bereits jetzt für seine Reiseangebote des nächsten Jahres wirbt, damit man schnell buchen möge, einen Aufschlag bezahlen müssen? Komisch, ich sehe immer nur Frühzeichner-Rabatte, was ich auch nachvollziehen kann, will der Veranstalter doch früh seine Kontingente „verkauft“ wissen und eine sichere Kalkulationsgrundlage haben.

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Können sich durch die neue Richtlinie für alternative Investment Fonds (AIFM) Vorfälle wie der bei S&K wiederholen?

Ich war doch sehr bestürzt, als ich in den letzten zwei Wochen die Berichte über die Vorgehensweise der S&K Immobilienfonds-Gesellschaft und deren Manager in der Wirtschafts- und Tagespresse las. Demzufolge haben die Chefs der S&K-Gruppe aus Frankfurt, die 2000 gegründet wurde, lieber in ihren aufwendigen und luxuriösen Lebensstil investiert, statt das Geld tausender Anleger in Immobilien ordentlich anzulegen. Und nicht nur das: In diesen Anlageskandal soll nicht nur die S&K-Gruppe allein verwickelt sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt umfassend und arbeitet sich durch die Strukturen von den mehr als 100 Gesellschaften, die mit dem Betrug in Verbindung stehen könnten. Die Geschäftsräume des Hamburger Partners United Investors und von DCM Deutsche Capital Management AG wurden mittlerweile auch durchsucht. Von weiteren Großrazzien, vor allem bei der FIHM Fonds und Immobilien Holding München AG und die SHB Innovative Fondskonzepte AG, gehen die auf das Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Anwälte aus. Und: Es sollen auch klassische Banken sind in den Fall verwickelt sein. Sie haben den Vertrieb geschlossener Fonds, zu denen auch die Produkte der S&K-Gruppe zählen, an Tochtergesellschaften ausgelagert.

Zeichnet sich hier ein neuer Milliardenskandal ab? Die Staatsanwaltschaft wird hoffentlich alles an den Tag bringen.

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Warum haben Beteiligungsfonds oftmals so ein schlechtes Image?

Vor ein paar Tagen sagte mir ein Vorstandschef einer großen deutschen Bank, dass sich private Anleger nicht nur in Deutschland aufgrund der niedrigen Verzinsung immer eher dazu bereit erklären, einen Teil ihres Vermögens auch in riskantere Anlagen zu investieren, um dadurch eine bessere Verzinsung für ihr Gesamtvermögen erreichen zu können. Er fügte hinzu, dass das nicht immer nur aus „sportlichen Gründen“ geschieht, sondern vielfach der Tatsache geschuldet ist, dass eine bestimmte Ziel-Vermögensposition bis zur geplanten Rente erreicht werden soll, was aufgrund der jetzigen Zinssituation kaum möglich ist. Bestätigt wurde mir der Nachfragetrend zu mehr Risiko in den letzten knapp 10 Wochen auch durch einen bedeutenden Schweizer Asset Manager, der mich letzte Woche anrief.

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